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Neurochirurgische Klinik

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Info-Nachmittag: Riesen-Interesse an der Neurochirurgie

Prof. Dr. Wolfgang Börm erklärte die Einsatzgebiete der Neurochirurgie von Kopf bis Fuß.

„Die DIAKO ist ein großer Gesundheitsdienstleister in der Region und gehört mit inzwischen fast 3500 Beschäftigten zu den fünfzehn größten evangelischen Unternehmen Deutschlands. Die hohe Qualität der medizinischen Versorgung in Flensburg ist auch unseren vielen ausgewiesenen Spezialisten zu verdanken“, erklärte Pastor Wolfgang Boten in seinem Bericht zum diesjährigen Jahresfest der DIAKO. Anschließend wurde das Thema „Neurochirurgie“ an einem Informationsnachmittag beleuchtet – und zwar „von Hack to Nack“, wie es in einem Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Börm, Chefarzt der DIAKO-Klinik für Neurochirurgie, hieß. „Von etwa 2000 Krankenhäusern in Deutschland haben nur 160 eine Hauptabteilung Neurochirurgie, davon sind nur vier in Schleswig-Holstein und eine in Flensburg beheimatet“, erklärte Börm sein Spezialfach. In Flensburg seien die Bedingungen für eine erfolgreiche Neurochirurgie besonders gut, da es neben der Ausrüstung mit Hochtechnologie, wie etwa einem hochauflösenden Operationsmikroskop, auch eine hohe und zahlreiche Expertise aller weiteren Fachrichtungen gebe, die bei den oft schwierigen und akuten Krankheitsbildern der Neurochirurgie ebenfalls benötigt würden. So sei die Neurochirurgie als Mitglied im Neurozentrum der DIAKO Partner in der fachübergreifenden Schlaganfallbehandlung – in Zusammenarbeit mit der Neurologischen Klinik  – sowie federführender Partner im Wirbelsäulenzentrum in Zusammenarbeit mit der unfallchirurgischen-orthopädischen Klinik der DIAKO. Die Diagnostik erfolge in enger Zusammenarbeit mit der Radiologie, Neuroradiologie und der Neurologie, dazu stehen zwei Kernspintomographen, ein Spiral-CT und zwei Angiographieanlagen neben den klassischen Röntgenverfahren zur Verfügung. 

Die Neurochirurgie ist eine Fachrichtung mit einem weiten Feld, wie die über hundert Besucher im Fliednersaal der DIAKO erfuhren. Neben Hirnoperationen sind es vor allem Operationen des Rückenmarks und der peripheren Nerven. „Hierzu gehören Tumore, Schädel-Hirn-Verletzungen, Erkrankungen des Gehirngefäßsystems, degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule – zum Beispiel Bandscheibenvorfälle und Gleitwirbel – sowie Wirbelsäulenverletzungen und -tumoren“, zählt Prof. Börm auf. Behandelt würden auch Hydrocephalus und Engpass-Syndrome oder Verletzungen der Nerven.

Prof. Dr. Ulf Linstedt: Für schwer verletzte Patienten steht eine hochleistungsfähige Intensivstation bereit.

Aktuelles – von der Neurointensiv über die Physiotherapie bis hin zu pflegerischen Aspekten – konnten die Besucher in weiteren Vorträgen und Demonstrationen im Fliednersaal des Diakonissenkrankenhauses erfahren. „Für schwer verletzte Patienten steht eine hochleistungsfähige Intensivstation bereit“, erklärte Professor Dr. Ulf Linstedt, Chefarzt der DIAKO-Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie in seinem Vortrag „Rund um die Neurointensiv“. Prof. Linstedt verdeutlichte das Thema „Neurointensiv-Behandlung – zwischen Hoffnung und Schicksal“ anhand des Beispiels eines neunjährigen Jungen, der nach einem Motorradunfall mit einer schweren Wirbelsäulenverletzung und drohender Querschnittslähmung in das Diakonissenkrankenhaus gebracht wurde und bis nach stabilisierenden Operationen keinesfalls bewegt werden durfte. „Hier hat die Hoffnung gesiegt“, berichtet Linstedt weiter, heute habe der Junge zwar noch einige Einschränkungen, aber er kann wieder gehen, sprechen und ganz normal eine Schule besuchen.

Erläuterten die höchsten Ansprüche an die Pflege nach der OP an Gehirn, Nerven oder Wirbelsäule: Carola Müller und Carina Achtmann.

Carola Müller, Bereichsleiterin, und Carina Achtmann, Gruppenleiterin der neurochirurgischen Station des Diakonissenkrankenhauses, stellten in ihrem Vortrag die Bedeutung der „Pflegerischen Aspekte nach der OP“ heraus. Aufgrund der sensiblen Operationsbereiche – etwa an Gehirn, Nerven oder Wirbelsäule – komme der Überwachung und der Kontrolle kleinster Veränderungen sowie der Lagerung und Versorgung der Patienten besondere Bedeutung zu.

Sie sorgt mit ihren Kollegen für eine rasche Mobilisierung der Patienten nach der OP: Physiotherapeutin Sonja Husemann.

"Wir helfen bei der raschen Mobilisierung und zeigen den Patienten, wie sie schnell wieder auf die Beine kommen. Viele sind überrascht, wie viele Hilfsmittel sie nutzen können“, sagte Sonja Husemann, leitende Physiotherapeutin in der DIAKO, in ihrem Vortrag „Physiotherapie – …kleine Rückenschule“. Deutlich wurde, dass die Physiotherapie auf der Basis eines strukturierten und individuellen Therapieplanes bereits einen Tag nach dem operativen Eingriff beginnt. „Häufige Fragen der Patienten betreffen das Aufstehen, das Sitzen, das Anziehen der Schuhe und Ähnliches“, berichtet Sonja Husemann. „Wichtig ist es auch, Verspannungen durch Schonhaltungen vorzubeugen“, erklärte die leitende Physiotherapeutin bevor sie das Publikum unter dem Motto „Wir bringen Sie in Bewegung“ mit einigen praktischen Tipps selbst aktiv werden ließ.

Viele der über 100 Besucher nutzten die Möglichkeit, im Anschluss an die Vorträge Fragen zu stellen. Nach der Vortragsreihe konnten sich Interessierte über Instrumente sowie Heil- und Hilfsmittel informieren und sich Materialien und einen OP-Tisch ansehen. Zudem erhielten die Besucher Informationen zum nachstationären Aufenthalt sowie über ambulante und stationäre Reha-Maßnahmen.