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Kinder- und Jugendmedizin

Diabetes bei Kindern

 

Gemeinsame – stationäre und ambulante Behandlung von Diabetes bei Kindern 

„Diabetes ist eine Volkskrankheit. Wenig bekannt ist, dass auch viele Kinder betroffen sind. Wir diagnostizieren allein aus der Region Flensburg-Schleswig und Nordfriesland jedes Jahr über 20 Neuerkrankungen bei Kindern“, erklärt PD Dr. med. Michael Dördelmann, Chefarzt der DIAKO-Kinderklinik. „Die Zahl der Kinder, die an Diabetes erkranken, ist erschreckend hoch und in den letzten Jahren deutlich ansteigend“. 

Um Kindern und Jugendlichen in Flensburg die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen, haben die DIAKO-Kinderklinik, der Kinderarzt und Diabetesspezialist Georg Schenkluhn sowie das Diabeteszentrum Flensburg (Dr. Cordula Burghoff, Dorothea von Carnap, Dr. Robert Winkler) eine enge Zusammenarbeit vereinbart. „Wir bieten eine Versorgung, die in Deutschland wohl einmalig ist“, sagt Thorsten Prümm, Verwaltungsdirektor der DIAKO.  

Stationäre und ambulante Versorgung sind sehr eng miteinander verzahnt. So wird bereits während des stationären Aufenthaltes persönlicher Kontakt hergestellt und die Weiterbetreuung langfristig aufeinander abgestimmt. Damit ist eine personelle und inhaltliche Kontinuität der Behandlung gewährleistet. Es entstehen keine Lücken oder zeitlichen Verzögerungen in der Versorgung und Betreuung nach dem stationären Aufenthalt“, hebt Michael Dördelmann hervor. Das sei wichtig, um die Kinder und ihre Familien nach dem Krankenhaus-Aufenthalt nicht „allein zu lassen“, bedeute die Diagnose Diabetes doch eine enorme Umstellung. So müssen die Kinder und ihre Eltern lernen, das Insulin richtig zu dosieren und den Blutzuckerhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Zuckermessgerät und Insulinpumpe oder kleine Insulin-Spritzen gehören fortan zu den ständigen Begleitern. 

Die meisten Kinder sind Diabetiker vom Typ 1. Die Ursachen dafür sind bisher nicht vollständig bekannt. Die Patienten benötigen ihr Leben lang Insulin, das ihr Körper nicht selbst produziert. Dadurch kann der Zucker im Blut nicht in die Körperzellen transportiert werden. Die Patienten magern ab. „Ständiger Durst und Abgeschlagenheit sind neben dem Gewichtsverlust Anzeichen für eine Zuckererkrankung“. In wenigen Jahren wird jedes 400. Kind im Alter zwischen 1 und 15 Jahren an einem Typ 1-Diabetes erkrankt sein.  

Diabetes vom Typ 2 lasse sich dagegen häufig auf Bewegungsmangel, Übergewicht und auch erbliche Veranlagung zurückführen. Früher sprach man bei diesem Typ von Altersdiabetes. Das sei aber nicht ganz richtig, da auch immer mehr Kinder und Jugendliche von dieser Art der Zuckererkrankung betroffen seien. Diabetes Typ 2 mit rund acht Millionen Betroffenen ist in Deutschland eine Volks- und Wohlstandskrankheit. 

Die Mediziner erhoffen sich durch die enge Kooperation untereinander auch einen optimierten Übergang dieser Patienten aus der kinderärztlichen Betreuung in die Welt des erwachsenen Diabetespatienten. Dieser Übergang macht bisher bundesweit große Probleme, hier kann das Flensburger Modell federführend sein.  

„Wir treten mit diesem Thema auch an die Öffentlichkeit, um Mitarbeitende in Kindergärten und Schulen für das Thema zu sensibilisieren“, hoffen die Ärzte. So lasse sich vielleicht mancher lebensbedrohende Notfall und stationäre Klinik-Aufenthalt bei einem nicht erkannten oder entgleisten Diabetes vermeiden.