Vom UKE an die DIAKO

Prof. Regelsberger wird neuer Chefarzt der Neurochirurgie: Erster Einsatz des digitalen Orbeye-Systems in Schleswig-Holstein

„Wir werden in Schleswig-Holstein die Ersten sein, die im OP mit einem digitalen Kamerasystem arbeiten, das das OP-Mikroskop ersetzt und damit das digitale Zeitalter in der Mikrochirurgie einläutet“, erklärte Prof. Dr. med. Jan Regelsberger, ab 1. Oktober neuer Chefarzt der DIAKO-Neurochirurgie. „Das Orbeye-System, das den Operateur besser sehen und erkennen lässt, ist eine echte Revolution im OP“, wies Prof. Regelsberger auf eine der geplanten, bedeutenden Innovationen unter seiner künftigen Leitung hin. Dabei erscheint ein stark vergrößertes Bild in Echtzeit auf einem großen 3D-Monitor im OP. „Die verbesserten Bildgebungseigenschaften ermöglichen eine stärkere Abgrenzung von gesundem und tumorösem Gewebe. Es erleichtert die vollständige Tumorentfernung, erhöht die Sicherheit und hilft damit, das klinische Ergebnis und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.“

Prof. Regelsberger war bisher stellvertretender Klinikdirektor der Neurochirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Dort wendet er das System seit August 2018 an und war damit Erster in Europa, mit bisher mehr als 600 Operationen. In Deutschland sind aktuell erst drei Orbeye-Systeme im Einsatz, in Europa sind es insgesamt 13 (Berlin, Dresden, Kopenhagen und London kommen demnächst hinzu). „Es besteht ein reger Austausch mit allen 13 Kliniken. Zudem sind Studien in Vorbereitung“, so Regelsberger. In Flensburg geplant sind bereits Live-Übertragungen direkt aus dem OP für online-Kurse und internationale Fortbildungen.

National und international renommierter Neurochirurg

„Wir freuen uns, mit Herrn Prof. Regelsberger einen national wie international renommierten Neurochirurgen für die DIAKO gewonnen zu haben“, erklärte Ingo Tüchsen, Geschäftsführer des DIAKO Krankenhauses. Der neue Chefarzt könne auf langjährige, universitäre Führungserfahrung mit fachlicher wie auch personeller und wirtschaftlicher Verantwortung zurückblicken und verfüge über eine breit gefächerte Expertise vom Wirbelsäulenbereich bis hin zu den komplexen Hirnstammprozessen, ergänzte Friederike Hohmann, Geschäftsführerin des DIAKO Krankenhauses.

Zu den Spezialgebieten von Prof. Regelsberger zählen Tumor- und Gefäßerkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks, die Schädelbasischirurgie, die Kinderneurochirurgie, die neurochirurgische Intensivtherapie sowie die Wirbelsäulen- und periphere Nervenchirurgie.

„Ich freue mich auf meine neue Aufgabe in Flensburg. Die Diako bietet exzellente Ausgangsvoraussetzungen mit einem Tumor-, Wirbelsäulen- und Neurozentrum sowie einem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe“, sagte Prof. Regelsberger. „Und zusammen mit dem erfahrenen, professionellen Team sind dieses optimale Voraussetzungen, die Neurochirurgie in ihrer ganzen Breite weiter auszubauen und ihr im Norden zu einer Leuchtturmrolle zu verhelfen.“

„Die hohe Expertise im Wirbelsäulenbereich gewähren wir auf diesem Niveau selbstverständlich weiterhin und stehen für eine kompetente Versorgung aller Rückenerkrankungen ein.“ Mit diesen Worten hob Prof. Regelsberger die große Aufbauleistung seines Vorgängers Prof. Dr. Wolfgang Börm hervor. Schwerpunkte werden zudem die Behandlung von Erkrankungen des Gehirns sein, hier speziell Tumore wie Gliome und Metastasen, die Therapie von Gefäßerkrankungen wie z.B. Aneurysmen und Angiome, aber auch von Schädel-Hirn-Traumata sowie die neurochirurgischen Erkrankungen im Kindesalter mit den komplexen Fehlbildungen und Tumorerkrankungen.

„Wir sind Lehrkrankenhaus des UKSH Kiel und werden nun ganz aktuell auch Kooperationspartner des Universitären Cancer Centrums in Kiel wie auch an das UCC in Hamburg angebunden sein“, hob der künftige Chefarzt hervor.
 

DIAKO wird aktiver Teil gleich zweier Tumor-Netzwerke

„Die Neurochirurgie der DIAKO ist damit aktiver Teil gleich zweier Tumor-Netzwerke, die insbesondere für eine individuell auf den Patienten ausgerichtete Therapie der Hirnmetastasen und -tumoren erforderlich sind“, so Prof. Regelsberger. „In der Schlaganfalltherapie werden wir im Neurozentrum das Spektrum erweitern und nun auch die Bypasschirurgie am Gehirn als weitere Option für die ‚progressive stroke‘ anbieten können und auch hier universitär vernetzt sein.“

„Neben der fachlichen Arbeit möchte ich hervorheben, dass mir besonders der Teamgedanke wichtig ist“, erklärte Prof. Regelsberger. Das gelte sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der eigenen Klinik wie auch für die Nachbardisziplinen in der DIAKO und im Medizinischen Klinikverbund mit dem Malteser-Krankenhaus.

„Als Arzt ist mir jeder Patient wichtig, der bei uns die bestmögliche Behandlung erhält. Als Chefarzt ist dieses nicht anders, und ich werde mit meiner Expertise auch nicht nur Privatpatienten zur Verfügung stehen.“

„Uns ist es gelungen, mit Herrn Prof. Regelsberger einen hochqualifizierten Experten zu uns zu holen“, unterstrichen Friederike Hohmann und Ingo Tüchsen. Das medizinische Versorgungsangebot des DIAKO Krankenhauses erfahre mit der Ausweitung des neurochirurgischen Leistungsspektrums eine weitere Verbesserung. Wichtig sei hier auch die Vernetzung und die flächendeckende Versorgung in der Neurochirurgie in Zusammenarbeit mit den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Schleswig, Flensburg und Niebüll: „Wir verkürzen damit die Wege und den Zugang zur Krankenversorgung unserer Patienten und sichern eine fachlich hochwertige Vor- und Nachsorge auch in der ambulanten Versorgung“, hebt Ingo Tüchsen hervor. „Damit setzen wir unser Ziel, unseren Patienten und den Menschen im Norden Schleswig-Holsteins eine moderne medizinische Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten, konsequent weiter um.“

Zur Person:
Geboren 1964 im westfälischen Detmold, absolvierte Prof. Dr. Jan Regelsberger nach dem Medizinstudium in Münster und Hamburg seine neurochirurgische Ausbildung zum Facharzt am UKE. Seit 2002 war er dort auch als Oberarzt tätig, 2007 folgte die Habilitation („Ultraschall der normalen und pathologischen Schädelnähte im Säuglingsalter“) und Ernennung zum Leitenden Oberarzt am UKE. Seit 2014 ist Prof. Regelsberger stellvertretender Klinikdirektor. Prof. Regelsberger ist Mitglied in zahlreichen nationalen wie internationalen Fachgesellschaften, kann auf Gastprofessuren im europäischen Ausland ebenso verweisen wie auf mehr als hundert hochrangige Publikationen und Buchbeiträge, auf nationale und internationale Vorträge, neurochirurgische OP-Ausbildungskurse und auf die Leitung vieler klinisch-wissenschaftlicher Studien.

Bildunterschrift: Sie möchten das neurochirurgische Leistungsspektrum in Flensburg weiter ausbauen: Chefarzt Prof. Dr. Jan Regelsberger (Mitte) mit den Geschäftsführern des DIAKO Krankenhauses, Friederike Hohmann und Ingo Tüchsen.

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