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Verabschiedung von Dr. Hans-Martin Hensler: Erster Neuroradiologe des Landes geht in den Ruhestand.

Leitender Arzt Dr. Hans-Martin Hensler ging in den Ruhestand.

Als Dr. Hans-Martin Hensler am 1. November 1986 im Flensburger Diakonissenkrankenhaus begann, brachte er ein neues medizinisches Spezialgebiet und umfängliche Erfahrungen mit ins Land: Er war der erste Neuroradiologe in Schleswig-Holstein. Dr. Hensler hatte nach seinem Medizinstudium in Marburg und Hamburg zunächst im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf als Neurochirurg gearbeitet, um dann ins noch junge Fach Neuroradiologie zu wechseln. Vom Universitätsklinikum führte ihn sein Weg über Altona schließlich an die Diako. Jetzt geht der langjährige Leitende Arzt der Neuroradiologie in den Ruhestand.

In seiner Zeit an der Diako machte die Neuroradiologie - eigentlich der Neurochirurgie und Neurologie entstammend - als Teilgebiet der Radiologie enorme Fortschritte. "Am Anfang bestand meine Haupttätigkeit in der Diagnostik von Schädel, Gehirn, Wirbelsäule und Rückenmark, also der Beurteilung von Röntgenbildern,  Computertomographien, Angiographien oder auch von Myelographien, das sind Rückenmarksdarstellungen mit Hilfe von Kontrastmitteln", erinnert sich Hensler.

Doch bereits einige Zeit später stand ein weiteres Betätigungsfeld auf dem Programm, das in der modernen Neuroradiologie heutzutage nicht mehr wegzudenken ist: "Wir haben in der Diako die allerersten Interventionen an Gehirnarterien in Schleswig-Holstein durchgeführt", sagt Hensler, um erklärend hinzuzufügen: "Der erste Fall war eine Gefäßmissbildung, eine Art Blutschwamm im Gehirn, der zu einer Hirnblutung geführt hatte und den wir mit Hilfe von feinen Kathetern mit einem Gewebekleber verschlossen haben." Im Gehirn sei alles "sehr klein und hochempfindlich", was ein äußerst exaktes Arbeiten erforderlich mache. Über "viele, viele Kurven", so Dr. Hensler, geht es von der Leiste bis ins Hirn, wenn heutzutage Aneurysmen, also gefährliche Aussackungen an einer Gehirnschlagader und seit kurzem auch verschlossene Arterien bei schweren Schlaganfällen mit dieser Kathetertechnik behandelt werden. "Bei der Thrombektomie wird ein Blutgerinnsel, das den Schlaganfall verursacht hat, mit einem winzigen Metallgitter-Korb entfernt", erklärt der Neuroradiologe. "Wir haben sehr gute Erfolge damit." Hensler verweist an dieser Stelle auf die enge Zusammenarbeit mit den Nachbardisziplinen Neurologie und Neurochirurgie, die sich inzwischen mit der Neuroradiologie zu einem Neurozentrum zusammengeschlossen haben.

"Dr. Hensler hat eine enorme Aufbauarbeit geleistet und zuletzt sogar noch seine Nachfolger ausgebildet", dankt Prof. Stefan Müller-Hülsbeck, Chefarzt der Diako-Radiologie, seinem scheidenden Kollegen. "Die Kontinuität ist damit nicht nur gewahrt, sondern die verantwortungsvolle Arbeit ist nun auch auf mehrere Schultern verteilt."