Navigation und Service

Menu

Heide Simonis ist Schirmherrin der Vereins für Umwelterkrankte

Die Möglichkeit, aufgrund von Innenraum-Schadstoffen zu erkranken, ist so wenig bekannt, dass nach einer Pilotstudie bei Patienten der Abteilung für Umweltmedizin der Fachkliniken Nordfriesland die durchschnittliche Zeit bis zur Diagnosestellung stolze 10 bis 12 Jahre beträgt.

In der Nähe der Umweltklinik in Bredstedt gründeten Betroffene daher vor einigen Jahren den Verein für Umwelterkrankte e.V., um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. Aber auch der Verein kämpfte mit der Schwierigkeit, sich Gehör zu verschaffen.

Nun konnte der Verein für Umwelterkrankte Ministerpräsidentin a.D. Heide Simonis als Schirmherrin gewinnen. Jetzt stellte die Vorsitzende des Vereins, Gisela Grote, diese Unterstützung für die Selbsthilfegruppe auf einer Pressekonferenz in Räumlichkeiten der Fachkliniken Nordfriesland vor. „Durch erhöhte Aufmerksamkeit und besseres Wissen in der Bevölkerung könnten Erkrankungen wie unsere vermieden werden“, so die Vorsitzende des Vereins. Vor allem aber um die Anerkennung ihrer Erkrankung müssen sie kämpfen. Denn auch nach der Diagnose bleibt es schwierig, ärztliche Hilfe zu finden, da in ganz Deutschland nur eine Handvoll Kliniken und Ärzte mit einer Spezialisierung in Umweltmedizin sich um die Patienten kümmern können.

Die schwierige Diagnostik und Therapie muss dann meist von den Patienten selbst bezahlt werden, da die Anerkennung der Krankheitsbilder und Diagnosen durch die Kassen fehlt. Geld, welches oft fehlt, da oft schon im Haus oder in der Wohnung aufwendige Sanierungen erforderlich sind.

Heide Simonis weiß aus ihrer politischen Erfahrung um die Schwierigkeiten von Menschen ohne Lobby, mit wenig bekannten Problemen, die trotzdem gravierend sind und in Armut und soziale Isolation führen können. „Ihr müsst viele werden“ gibt sie der Selbsthilfegruppe mit auf den Weg und verspricht mit Rat und Tat sowie ihren Kontakten dem Verein zur Seite zu stehen. Der Verein für Umwelterkrankte bemüht sich nun darum, einen Verbund zu gründen, mit allen Selbsthilfegruppen zu dieser Thematik, die im Norden aktiv sind. „Fünfzehn dieser Gruppen im Norden haben schon zugesagt“, freut sich Frau Grote, die nun wieder mit mehr Hoffnung in die Zukunft blickt.

Das Bild im Anhang zeigt von links: Dagmar Schenk (Verein für Umwelterkrankte), Ministerpräsidentin a.D. Heide Simonis (Schirmherrin), Gisela Grote (1. Vorsitzende des Vereins), Ruth Schwark-Sobolewski (Verein für Umwelterkrankte), Dr. med. Christoph Mai (Chefarzt der Fachkliniken Nordfriesland).