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Glockenguss für die DIAKO

Die Bronzelegierung aus 80 Prozent Kupfer und 20 Prozent Zinn hat die richtige Temperatur erreicht:  1.060 Grad Celsius. Erwartungsvoll richten sich die Augen der neunköpfigen DIAKO-Delegation auf den Schmelztiegel in der König-Niederländischen Glockengießerei EIJSBOUTS in Asten.

Eine kleine silberne Mandorla, das Zeichen der Diakoniegemeinschaft, wird in die glühende schmelzende Metallflüssigkeit gegeben. Das Segenswort der Flensburger Diakonissen „Eins ist not“ aus dem Johannes-Evangelium wird gesprochen. Dazu erklingt das „Laudate omnes gentes“. Und dann, um 13.21 Uhr, am 04. Mai 2010, wird die neue Glocke gegossen, die bald über der DIAKO-Kirche zum Gottesdienst rufen wird.

Die Initiative für das Glockenprojekt 2010 ging von Dirk Jansen, Heimleiter des Gotthard-und-Anna-Hansen-Stifts und zugleich Kirchenvorsteher in St. Marien, Flensburg, aus. Die alte Glocke auf der DIAKO-Kirche von 1882 wird demnächst als Museumsstück in das Haus "Pniel" wandern. Sie hatte einen ungewöhnlich unsauberen Klang, der oft negative Gefühle bei Patienten des Krankenhauses erweckte. Die neue Glocke wird nun mit ihren 143 Kilogramm einen klaren Klang erzeugen und in die Kirche rufen. Sie erklingt zusammen mit einer alten Glocke aus St. Marien, die demnächst vor dem Gotthard-und-Anna-Hansen-Pflegeheim in einem freistehenden Glockenstuhl ihren Platz finden wird. Damit ist der Anfang für einen zukünftigen Dreiklang gemacht. Die Glocken werden zum Gottesdienst rufen oder mittags um 12 Uhr mit dem Angelus-Läuten zum Innehalten mahnen. Das Ausschlafen der Nachbarn ist also nicht gefährdet.

Die Finanzierung des Projekts übernimmt die Flensburger Pressestiftung zusammen mit der Kirchengemeinde der DIAKO.

Die Glockenweihe ist am Sonntag, 27. Juni 2010, geplant.

Die Flensburger Delegation war in das 600  Kilometer entfernte Glockenguss-Zentrum in Asten gereist, um nicht nur dem Guss ihrer neuen Glocke beizuwohnen, sondern sich auch über die Kunst des Glockengießens und die Geschichte der Campanologie, der Glockenkunde, zu informieren.

In der dortigen Sammlung des Beiaardmuseums findet man neben einer vielseitigen Natursammlung die weltgrößte Sammlung von Glocken und Glöckchen. Die Glocken aus den Niederlanden und aus aller Welt, bis hin zum fernen China und Burma, sind zu sehen und meist auch zu hören. Einige tickende Turmuhren  mit Glockenspielen erklingen. Ein großes astronomisches Kunstuhrwerk und die funktionierende Rekonstruktion einer Wasseruhr von 1206 können bestaunt werden.

Die Entwicklung der Glocke begann vor etwa 3.000 Jahren in China. Die Weiterentwicklung des Glockenspiels ist dann aber eine typisch niederländische und flämische Angelegenheit geworden. Heute produziert die Königliche EIJSBOUTS-Gießerei Glocken für alle Welt: für Rathäuser, Kirchen und auch für muslimische und fernöstliche Andachtsstätten.

Auch die größte läutende der Glocke der Welt mit einem Gewicht von 36.250 Kilogramm wurde bei Eijsbouts gegossen und läutet in Japan am Fuße des Fudijama.

FRANK SCHLICHT

Das Foto unten von Sr. Elke Rüppel zeigt den Guss der neuen DIAKO-Glocke.