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DIAKO investiert eine Million Euro in hochmoderne Herzkatheterlabore

Modernste Technik für die DIAKO-Kardiologie: (v.l.) Oberarzt Dr. Ulrich Rauschenbach, Chefarzt Prof. Christoph Garlichs, Assistenzärztin Dr. Zohreh Ghobadi und Krankenpfleger Thorsten Steinfeld im neuen Herzkatheterlabor.

Im Flensburger Diakonissenkrankenhaus wurden die Herzkatheterlabore rundum erneuert. Investiert wurde rund eine Million Euro unter anderem in die Röntgenanlage der neuesten Generation. Die Anlage liefert gestochen scharfe Bilder und Filme, und das bei deutlich reduzierter Strahlenbelastung für die Patienten und die Untersucher. „Die ersten Untersuchungen ergaben eine Einsparung von 50 bis 60 Prozent der Röntgenstrahlung bei verbesserter Bildqualität“, freut sich Prof. Dr. Christoph Garlichs, Chefarzt der Medizinischen Klinik der DIAKO, über die neue Technik. Auch beim Kontrastmittel könne gegenüber der alten Anlage deutlich gespart werden, was insbesondere für kritisch kranke Patienten mit Nierenerkrankungen oder Herzschwäche zu einer schonenderen Behandlung führt.

Herz-Kreislauferkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Die Überlebenschancen sind heute auch in akuten Fällen dank moderner Medizintechnik besser denn je. Für den Verlauf sind jedoch die ersten zwei Stunden nach Eintritt entscheidend. Damit im Notfall keine wertvolle Zeit verloren geht, verfügt die DIAKO auch weiterhin über zwei Herzkatheteranlagen. Während ein Saal für Routineeingriffe genutzt wird, ist mit der zweiten Anlage eine permanente Bereitschaft für Notfalluntersuchungen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr garantiert. Den gut eingespielten Mitarbeitern des DIAKO-Herzkatheterlabors sei es zu verdanken, dass die Überlebenschance nach Herzinfarkt in der Region Flensburg einen bundesweiten Spitzenplatz einnehme, so Prof. Garlichs.

Krankenhausdirektor Dr. Christian Peters verwies auf die innovative Entwicklung der Kardiologie am Diakonissenkrankenhaus. Bereits vor 16 Jahren wurde hier das erste Herzkatheterlabor der Region eingerichtet. Die zweite Anlage, die jetzt ebenfalls mit neuer Software ausgestattet wurde, folgte im Jahr 2007. „Mit der neuen Herzkatheteranlage und den vielen weiteren Investitionen in moderne Medizintechnik in den vergangenen Jahren können wir den Menschen in der Region eine hochwertige medizinische Versorgung anbieten, wie sie sonst nur in großstädtischen Zentren zu finden ist“, so Peters. „Damit sichern wir unseren Patienten den Zugang zu modernsten Diagnose- und Behandlungsmethoden.“

2600 Herzkatheter-Untersuchungen werden jährlich in der DIAKO durchgeführt, davon 800 mit Interventionen, also Eingriffen mittels Katheters. Tendenz: weiter steigend. „Aufgrund der wachsenden Patientenzahlen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben wir die Laufzeiten des Herzkatheterlabors an manchen Tagen bis 19.30 Uhr ausgedehnt“, erklärt Garlichs. Dies gelte für geplante Eingriffe, für Notfälle sei man täglich 24 Stunden im Einsatz. Das Verfahren erklärt der Chefarzt folgendermaßen: Bei verschlossenen oder verengten Herzkranzarterien wird eine feine Sonde vom Arm oder von der Leiste aus in ein Blutgefäß eingeführt und zum Herzen vorgeschoben. Zu 70 Prozent erfolgt der Zugang im Diakonissenkrankenhaus mittlerweile über die Handgelenksarterien, da das Verfahren schonender ist für den Patienten. „Im ersten Schritt werden so die Einengungen in den Herzkranzgefäßen aufgespürt und sichtbar gemacht. Noch während des Eingriffes dehnen wir dann diese Engstellen mit Hilfe eines Ballonkatheters auf und bauen ein kleines Drahtgeflecht als Gefäßstütze ein, einen so genannten Stent. Damit kann das Blut wieder ungehindert fließen und das Herz ausreichend mit Sauerstoff versorgen.“

Auch andere Verfahren kommen in den Herzkatheterlaboren zum Einsatz: „Wir implantieren Herzschrittmacher und automatische Defibrillatoren bei Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen und schwerer Herzschwäche“, führt Garlichs an. 380 Defibrillatoren und Schrittmacher werden jährlich in der DIAKO eingesetzt. Ein weiterer, wichtiger Bereich bildet die Behandlung von Rhythmusstörungen durch so genannte Ablationen. „Wir wollen die Katheter-Ablationen noch in diesem Jahr auf Patienten mit Vorhofflimmern erweitern, um die Ursache der Erkrankung direkt am Herzen dauerhaft zu beseitigen“, so der Chefarzt. Hier kooperiere man mit der Hamburger Asklepios-Klinik St. Georg. Etwa elf Prozent der 65- bis 74-Jährigen seien in Deutschland vom Vorhofflimmern betroffen. Werde die Erkrankung nicht erkannt und nicht behandelt, steige das Risiko für Schlaganfälle. „Die Ablation des Vorhofflimmerns wird vielen Menschen in der Region Flensburg zugute kommen.“

Zu den weiteren Behandlungsmöglichkeiten gehört die Rekonstruktion undichter Mitralklappen mit dem so genannten „Mitra-Clip-Verfahren“. Diese Eingriffe sind für Patienten gedacht, denen eine große Herzoperation (mit Eröffnung von Brustkorb und Herz) aufgrund von Begleiterkrankungen und fortgeschrittenem Lebensalter nicht zuzumuten ist, die aber eine neue Herzklappe dringend benötigen.

Die neu installierte Herzkatheteranlage ermögliche jetzt eine verbesserte Darstellung der anatomischen Details am Herzen und der immer feiner konstruierten Katheter und Stents. „Die gestochen scharfen Bilder erlauben uns, diagnostische und therapeutische Eingriffe mit größerer Geschwindigkeit und Präzision durchzuführen.“ Durch eine hochmoderne Datenvernetzung können die Bilder klinikweit an Rechnern eingesehen werden, so dass auch auf der Station der schnelle Zugriff auf die Bilder die richtigen Entscheidungen erleichtert. Eine Online-Vernetzung besteht auch zur Herzchirurgie des Universitätsklinikums in Kiel. Mit den Kieler Kollegen und den niedergelassenen Kollegen in Flensburg, die das Herzkatheterlabor der DIAKO mit nutzen, bestehe eine sehr enge und gute Zusammenarbeit. 

Vor dem Einzug der neuen Technik wurden auch die Räume des Herzkatheterlabors umgestaltet, was zu einer Vereinfachung der Arbeitsabläufe geführt hat. „Der gesamte Workflow ist jetzt einfacher und schneller. Das führt zu einer hohen Standardisierung und damit auch sehr hohen Qualität“, erklärt Prof. Garlichs.

Krankenhausdirektor Dr. Peters: „Mit den neuen technischen Möglichkeiten ist das Diakonissenkrankenhaus zukunftsfähig für die neuen Entwicklungen in der Kardiologie, und Patienten mit Herzerkrankungen müssen keine weiten Wege auf sich nehmen, sondern können in der DIAKO wohnortnah auf medizinisch hohem Niveau versorgt werden.“

Hier finden Sie weitere Informationen zur DIAKO-Kardiologie.